breathless

Veröffentlicht: 22. August 2015 in breathless

Wir treffen uns in der kleinen Bar, in der wir immer sind, wenn wir Zeit finden, zu reden. Ich weiß nicht mehr, wann wir das erste Mal hier waren, aber seitdem ist es unser kleiner geheimer Kosmos, der nur uns gehört, wenn wir uns sehen.

Sie flirtet gerade mit Toni, unserem Barkeeper und ich schleiche mich an und küsse sie auf den Nacken.
„Blödmann!“, lacht sie.
„Ich liebe dich auch“, grinse ich zurück.
„Wein?“
„Nein, ich brauche was Stärkeres.“ Ich sage es gleich in Richtung Bar und Toni mixt mir einen Whiskey Sour.
Wir prosten uns zu und eine Weile herrscht Schweigen. Wie so oft genießen wir, dass wir nicht immer sprechen müssen, um uns zu verstehen.
„Nun erzähl schon“, platzt sie plötzlich heraus, „was ist passiert, dass ich sofort kommen sollte?“
Ich trinke einen großen Schluck. Ich weiß nicht, wie ich es ihr erzählen soll.
„Ich hatte Sex, also fast…“ stottere ich los.
„Na und, du hast ständig Sex.“
„Ich hatte Sex mit….ihr.“
„Ihr?“
„Mit S.“
Sie schaut mich verständnislos an.
„S….“, ich zögere kurz, „die Frau von Peter.“
„Etwa DEM Peter?“, sie zieht dabei die Augenbrauen hoch.
„Ja, DEM Peter.“ Ich trinke nervös einen Schluck.
„Und ihr hattet Sex?“
„Fast.“
„Was heißt fast?“
„Na eben fast.“
„Erzähl mir alles,“ schaut sie mich auffordernd an.
„Naja“, ich zünde mir eine Zigarette an, „sie kam zu mir, völlig aufgelöst, sie hatten Streit gehabt. Sie war total fertig, verstehst du?“
„Aha“, wieder die hochgezogenen Augenbrauen.
„Sie wollte einfach nur mit jemandem reden. Und sie hatte dieses enge Top an und keinen BH. Und ich habe eine Flasche Wein aufgemacht, aber ich war so nervös, ich habe etwas davon verschüttet, auf ihr Oberteil. Und dann wollte ich ihr ein T-Shirt von mir geben, damit sie es auswaschen kann. Und sie hat plötzlich gelächelt und hat ihr Top ausgezogen … und gemeint, sie braucht kein T-Shirt von mir, es sei in Ordnung.“
„Aha“, sie schaut mich gespannt an.
„Ich war plötzlich total nervös. Ich kenne sie seit über zehn Jahren, und nie war irgendwas gelaufen. Okay, ein Blick hier, eine zufällige Berührung da, immer wenn wir uns sahen, auf Partys, oder bei Einladungen. Und plötzlich sitzt sie da, fast nackt, ihre Brüste, wie oft hab ich mir ihre Brüste vorgestellt…“
„Und dann, was ist passiert?“
„Naja, ich habe ich sie in den Arm genommen und ihr gesagt, ich will sie einmal in den Armen halten, nur einmal, ohne Kleidung, ohne nachzudenken, sie einfach spüren…und plötzlich waren wir im Bett, nackt, und hielten uns fest….“
Ich trinke wieder einen großen Schluck und nicke Toni mit dem leeren Glas zu, es aufzufüllen.
„Und dann haben wir uns geküsst, gestreichelt, sie war so nass zwischen den Beinen und sie fing an sich zu winden, hat gestöhnt und mich auch angefasst, ganz kurz nur, und dann hat sie plötzlich gesagt, es geht nicht, wir dürfen nicht, können nicht, wir haben zu viele gemeinsame Freunde, Anlässe, und Peter, ihren Mann, wie soll das werden und ich habe gemerkt, dass sie dabei ist, mir wieder zu entgleiten…“
Toni stellt das Glas hin und auch gleich einen frischen Gin für sie und wir schweigen kurz und dann nickt sie mir zu und will wissen, was weiter passiert ist.
„Ich habe ihre Brüste geküsst, ihren Bauch, jede Stelle ihres Körpers, ich war wie in Trance, ich hatte zehn Jahre darauf gewartet und konnte nicht fassen, was da gerade passierte. Und dann habe ich sie wieder gestreichelt und sie hat gesagt sie kann sich nicht wehren und sie will mit mir schlafen, aber sie weiß, dass sie es hinterher bereuen würde und dass ihr Gewissen sie fertigmachen würde und sie hat mich fast angebettelt aufzuhören, weil sie genau merkte, dass sie nicht mehr lange Wiederstehen könnte.“
Ich zünde mir die nächste Zigarette an und trinke das Glas fast in einem Zug leer.
„Und, hat sie Wiederstehen können?“, fragt sie mich.
„Nein, wir waren so verschlungen und plötzlich war ich in ihr und sie hat sich an mich geklammert und dann sah ich diese Träne in ihrem Auge und sie flüsterte mir ins Ohr, dass sie sich das auch so sehr gewünscht hat, seit zehn Jahren, und dass sie immer so aufgeregt war, bei jedem Anlass, den es gab, an dem wir uns begegneten und ich wusste, ich darf es nicht tun, wenn ich nicht will, dass sie hinterher leidet und bin aus ihr herausgerutscht und sie hat mich traurig und dankbar zugleich angesehen.“
„Und das war’s dann?“, fragender Blick.
„Nein, nicht ganz. Ich hab sie gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn ich mich selbst streichle, und sie mir dabei zusieht und mich im Arm hält und sie muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich komme und es selbst gemacht habe.“
„Und, wollte sie es?“
„Ja, sie hat mich in den Arm genommen und ich habe angefangen mich zu streicheln und sie hat meine Eier massiert und ich war schon so geil durch alles vorher und bin so gewaltig gekommen. Wir lagen im Bett und ich habe bis über mich hoch bis an die Wand gespritzt und auf sie und überall. Es war eine riesen Sauerei und ich war völlig weggetreten, habe am ganzen Körper gezittert und sie hat mich festgehalten und ihre Lippen waren an meinem Ohr und ich habe jedes Zeitgefühl verloren.“
Ich trinke den Rest des Glases aus und meine Hand zittert, bei der Erinnerung an diesen Sonntag.
Sie schaut mich lange an und ich kann das Glitzern in ihren blauen Augen nicht ganz deuten und sie beißt sich auf die Unterlippe und auch ihre Hand zittert, als sie nach ihrem Gin greift.
„Und jetzt, was ist jetzt zwischen euch?“, fragt sie.
„Nichts. Du hast ja gelesen, wie es mir danach ging, an diesem Sonntagabend. Aber sie geht mir seitdem aus dem Weg. Antwortet nicht. Wir haben uns nicht mehr getroffen, seit diesem Tag“
„Ich will das sehen!“, sagt sie plötzlich ganz bestimmt.
„Was willst du sehen?“, frage ich verwirrt.
„Ich will das auch sehen. Ich will sehen wie du es dir selbst machst“, sie schaut mir fest in die Augen dabei.
„Warum?“
„Ich will es einfach. Ich will dabei zuschauen. Ich will wissen, ob mir das Spaß macht.“
Die Vorstellung läßt mein Herz wie verrückt schlagen. Wie oft hab ich mir das ausgemalt. Wie oft hab ich mir vorgestellt, es ist ihre Hand, die mich anfasst, oder zumindest, dass sie dabei ist, mir zusieht. Und jetzt? Jetzt will sie das wirklich?
Ich nicke Toni zu, lege 50 Euro auf den Tresen und nehme sie bei der Hand. „Bist Du sicher?“
„Ja, ich bin sicher“, lächelnd jetzt.

Weil wir nirgends anders hin können fahren wir in mein Büro und sie sieht sich interessiert um, während ich die Rollläden schließe und das Licht dämpfe. Wir schauen uns lange in die Augen und sind unschlüssig. Wir hatten irgendwann vereinbart, dass wir keinen Sex haben werden, weil wir uns zu wichtig waren und wir ahnten, dass wir das alles, unsere Freundschaft, unsere heimlichen Treffen, unsere Vertrautheit, damit zerstören würden.
„Und…..“, sie blickt nach unten, leicht verlegen jetzt, „zeigst du es mir?“
Ich nicke nur, mein Hals ist trocken, ich kann nicht sprechen. Ich schiebe sie sanft nach hinten und nach ein paar Schritten hat sie die Couch in den Kniekehlen und läßt sich darauf sinken. Ich bleibe vor ihr stehen und knöpfe langsam mein Hemd auf und werfe es achtlos neben mich, kicke meine Schuhe quer durchs Zimmer und als ich anfange meinen Gürtel zu öffnen schießt mir das Blut in die Lenden und gleichzeitig werden ihre Wangen ganz rosa und sie sieht so bezaubernd aus in dem dämmrigen Licht und ich verliere alle Hemmungen und steige aus der Hose und stehe jetzt vor ihr, völlig nackt.
Sie kaut auf ihrer Unterlippe und blickt gebannt auf meinen Schwanz, der so prall und hart ist, dass jedes Pulsieren der kleinen Adern sich anfühlt, als würde er gleich platzen.
„Wenn ich es mache, will ich auf deinen Busen kommen“, sage ich zu ihr und sie nickt und während sie weiter gebannt auf meinen Schwanz schaut knöpft sie ihre Bluse auf und darunter trägt sie einen weißen Spitzen-BH, durch den ihre Brustwarzen durchschimmern und das macht mich so geil, dass ich anfange auszulaufen.
Sie legt auch den BH ab und zum ersten Mal sehe ich ihre Brüste und sie sind so wundervoll, so perfekt und ich fühle mich so zu ihr hingezogen, aber ich habe versprochen, dass sie nur zusieht und ich fange an mich zu streicheln, was ganz einfach geht, weil ich schon so nass bin, und mein praller Penis gleitet mühelos durch meine Hand.
Ich fange an zu keuchen, es erregt mich so sehr, es vor ihr zu machen und sie hat den Blick nach oben gerichtet und sucht meine Augen und blickt mich fest an.
„Nimm meine Eier“, presse ich hervor, und sie greift danach, ganz zärtlich und beginnt sie leicht zu kneten, was mich schier in den Wahnsinn treibt.
Sie merkt, dass ich bald komme und streckt mir ihren Busen entgegen und dann sagt sie „komm, bespritz mich, zeig mir wie dein Samen kommt“, und ihre Stimme krächzt leicht dabei weil sie inzwischen auch völlig erregt ist und sie verstärkt den Druck auf meine Eier und ich sage ihr, dass sie mich festhalten muss, wenn es vorbei ist und dann ergieße ich mich schreiend über sie und treffe ihre Brüste und ein bisschen ihr Gesicht und ihren Bauch und die Wand hinter ihr und es hört gar nicht mehr auf und als endlich nichts mehr kommt, wackeln meine Knie so sehr, dass ich mich neben sie auf die Couch sinken lasse und sie schlingt ihre Arme um mich, ganz fest und drückt mich und hält mich einfach fest während sie mich leicht hin und her wiegt wie ein kleines Kind und ich habe ein Sausen in den Ohren und kann fast nichts sehen und bin völlig weg gebeamt.
Sie hält mich lange, sehr lange, ich habe jedes Gefühl für Zeit verloren und irgendwann lösen wir uns und ich muss lachen, weil überall mein Samen verteilt ist, der schon eintrocknet und vermutlich werde ich eine neue Couch kaufen müssen. Sie steht ebenfalls auf, immer noch den Blick tief in meine Augen gerichtet und ich schaue kurz verlegen zur Seite und sehe, dass die Stelle, auf der sie gesessen hat, klatschnass ist, von ihrem Schoß.

STURM – Teil VII / Leseprobe

Veröffentlicht: 4. November 2014 in STURM
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FÜR NEUE LESER: bitte ganz nach unten scrollen und mit STURM Teil I beginnen 🙂

Ich nicke ihr kurz zu und schenke mir auch Kaffee ein und setze mich zu ihr an den Tisch, und um nichts sagen zu müssen, zünde ich mir umständlich eine Zigarette an und rauche dann gierig, während die Tasse meine Hände wärmt.
Als das Schweigen unerträglich wird, schaue ich sie kurz an und frage, ob ich sie später irgendwohin fahren soll und sie sieht mich lange an und nickt.
Mein Blick fällt in die Ecke, in die wir gestern unsere verdreckten Kleider geworfen haben, und sie fängt ihn auf und sagt, dass sie die Sachen gewaschen hat. Dann starrt sie in ihre Tasse und plötzlich hebt sie den Kopf.
»Wenn die Sachen trocken sind, kannst du mich … wegbringen.«
Ihre Augen bekommen ganz kurz wieder diesen Schleier aus tiefem Schmerz und ich überlege, ob sie wirklich ’’wegbringen’’ gesagt hat oder ob ich das Wort falsch übersetzt habe, und während ich noch darüber nachdenke, steht sie auf und geht zur Küche, um sich neuen Kaffee zu holen. Ihre Hand zittert leicht beim Einschenken und als sie nach dem Zucker greift, wirft sie etwas von der Anrichte und als sie sich bückt sehe ich ihren nackten Po unter dem T-Shirt und schon schießt mir, wie gestern, bei dem Anblick sofort das Blut in die Lenden. Sie kommt zurück zum Tisch und sie sieht so wunderschön aus, so natürlich und echt, und ich frage sie fast nach ihrem Namen, aber im letzten Moment beiße ich mir auf die Zunge, weil ich weiß, wie schwer es ist, ein Gesicht zu vergessen, sobald man erst einen Namen damit verbindet. Und ich denke kurz an das Gesicht, dessen Namen ich niemals vergessen werde, und an den Schmerz, den ich dafür bekam, und jetzt sind es meine Augen, die sich verschleiern.
Sie bemerkt es wohl und greift nach den Zigaretten, und ich fange ihre Hand ab und nehme sie in meine und drücke sie kurz, und plötzlich hat sie Tränen in den Augen, und ich stehe auf und nehme sie ganz fest in die Arme. Sie schmiegt sich dicht an mich und meine Hände wandern nach unten und greifen ihre kleinen festen, nackten Pobacken, und sie bemerkt die Erektion, die sich plötzlich gegen ihren Bauch drückt und sieht mich an und lächelt, und ich schiebe sie in Richtung Couch. Als ihre Kniekehlen gegen die Sitzfläche stoßen, läßt sie sich nach hinten sinken und ich gehe vor ihr auf die Knie.
Ihre von der Sonne gebräunten Schenkel sind leicht geöffnet und ich küsse die Innenseiten ganz sanft und sie zuckt ab und zu, wenn ich eine kitzelige Stelle erwische, und langsam wandert mein Mund weiter und weiter nach oben. Als ich ihre Scham erreiche, stellt sie ihre Füße hoch auf die Couch und sitzt mit weit geöffneten Schenkeln vor mir, und ich lasse meine Zunge so tief wie möglich in sie gleiten. Sie stöhnt kurz auf und ihr Kitzler ist ganz groß und hart geschwollen und ich umspiele ihn abwechselnd mit meiner Zungenspitze und versuche dann wieder, so tief wie es nur geht in sie zu kommen, und sie beginnt auszulaufen, und ihre Nässe verteilt sich in meinem Gesicht und in meinem Mund. Sie windet sich und stöhnt und ich schiebe meinen kleinen Finger jetzt auch in sie und drehe ihn bis er ganz nass und glitschig ist und dann berühre ich ganz vorsichtig ihren Anus und massiere ihn ganz leicht. Seit ich eine wirklich brutale Ohrfeige bekam, als ich etwas zu forsch einen Arsch angelangt habe, bin ich ganz zurückhaltend damit und so schiebe ich meine Fingerspitze nur ein paar Millimeter in sie hinein und überlasse ihr, wie viel sie davon will. Sie stöhnt noch mehr jetzt und dann schiebt sie sich mir entgegen und mein Finger gleitet tief in ihren Po und ich beginne sie zusätzlich von innen zu massieren und sie krallt sich in meinen Haaren fest und wirft sich auf der Couch hin und her und dann kommt sie schreiend.
Ich bleibe noch kurz vor ihr knien und betrachte fasziniert, wie nass alles ist von ihrer Erregung. Ihre Schamlippen glänzen wunderschön und ihre Schenkel sind genauso wie mein Gesicht feucht und riechen wundervoll nach ihr. Sie atmet immer noch schwer und ich hatte gar nicht bemerkt, dass sie sich das T-Shirt ausgezogen hatte, und ihre Brustwarzen sind steinhart nach oben gerichtet und ihre Wangen rot und ihr Gesicht ganz verschwitzt. Ich richte mich auf und ziehe mir das Handtuch weg, das ich immer noch umgeschlungen hatte, und mein steifer Penis schnellt befreit wie eine Feder nach oben und ich nehme ihn in die Hand um ihn in sie zu dirigieren, aber als ich ihn anfasse, komme ich schon und spritze eine endlose Ladung über sie und saue sie komplett mit meinem Samen ein. Als es aufhört und meine Beine zittern schaue ich sie an und sie erwidert meinen Blick und dann fangen wir beide an, wie verrückt zu lachen.

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

STURM – Teil VI / Leseprobe

Veröffentlicht: 1. Oktober 2014 in STURM
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Da ich sie immer noch für eine Einheimische halte, will ich sie auf keinen Fall mit zu mir nach Hause nehmen, und so fahre ich einfach in Richtung Ort. Sie sieht mich von der Seite an und sagt: »Ich kann so nicht zu mir«, und sie schaut dabei so verloren, dass es mir plötzlich egal ist, und ich wende und fahre auf der fast überfluteten Straße zurück und vorbei am Strand, wo wir gerade waren, in Richtung zu meinem Haus. Ich wohne sehr weit außerhalb und einen Moment ist sie etwas skeptisch, ob ich ich nicht einfach mit ihr irgendwohin fahre, aber als ich auf dem Vorplatz parke, entspannt sie sich und steigt mit mir aus. Wir sind völlig eingesaut mit Sand und Schlamm, und als ich den Schlüssel aus seinem Versteck nehme und mich zu ihr umdrehe, hat sie bereits ihre nassen Sachen auf dem Stuhl auf der Veranda ausgebreitet und folgt mir dann zögernd nach drinnen. Sie sieht sich interessiert um und dann zieht sie ihr T-Shirt über den Kopf und wirft es achtlos in eine Ecke und fragt mich, ob sie duschen darf.
Während ich oben das Wasser rauschen höre, schenke ich mir ein Glas Rum ein und zünde mir eine Zigarette an. Der Sand in meiner Hose beginnt zu jucken und ich streife die Jeans ab und werfe sie zu ihrem T-Shirt auf den Boden.
Sie duscht lange und als sie endlich wieder nach unten kommt, hat sie sich in ein Handtuch gewickelt und ist kein bisschen erstaunt, dass ich nackt im Wohnzimmer stehe.
Ich habe das Glas nochmal aufgefüllt und drücke es ihr in die Hand, genauso wie die gerade erst angezündete Zigarette und gehe nach oben, um auch zu duschen.
Ich dusche noch länger als sie und verfluche mich, dass ich ihr das Glas gegeben habe, statt es mit ins Bad zu nehmen, und als ich lange genug getrödelt habe, höre ich plötzlich das Geräusch eines Feuerzeugs im Schlafzimmer nebenan und dort steht sie am Fenster – völlig nackt. Der Regen hat aufgehört und die Sonne scheint wieder und der Rum im Glas, das sie mit nach oben genommen hat, glitzert goldfarben im Sonnenlicht und wirft bezaubernde Farbsprenkel auf ihre braune Haut. Sie steht mit dem Rücken zu mir und schaut aus dem Fenster auf das Meer und obwohl ich es nicht sehen kann, weiß ich, dass sie gerade wieder diesen Schmerz in den Augen hat, und ich räuspere mich kurz, damit sie nicht erschrickt und trete von hinten an sie heran und schließe meine Arme um sie und halte sie einfach fest.
Wir stehen lange so und als ich beginne, mich zu wundern, warum es mich nicht erregt, sie so eng zu halten, nackt, bewegt sie ihre Hüften leicht und augenblicklich explodiert mein Penis und wird so hart, dass ich es nicht vor ihr verbergen kann. Sie kreist weiter mit ihrem Po und scheinbar hat sie darauf gewartet, denn sie ist so feucht, dass ich plötzlich, ohne es zu planen, in sie hineinrutsche, ganz tief, und sie klammert sich an mir fest und stöhnt leise.
Ich drehe mich mit ihr um und bleibe dabei in ihr und schiebe sie in Richtung Bett und sie kniet sich darauf und ich beginne mich in ihr zu bewegen, langsam erst, und während ich das tue, frage ich mich wieder, was dieses Tattoo zu bedeuten hat, auf ihrem Rücken, das so gar nicht zu ihr passt.

Später liegen wir auf dem Bett und sprechen kaum, ich habe die Flasche Rum nach oben geholt und wir trinken und rauchen, und immer wenn sich dieser Schmerz in ihre Augen legt, halte ich sie, ganz fest, und wiege sie leicht hin und her, bis die Anspannung wieder aus ihr weicht.

Als ich aufwache, ist es schon hell und ich bin ganz benommen, und auf dem Boden steht die Flasche Rum, leer, und der Aschenbecher ist so voll, dass einige Kippen danebengefallen sind. Ich schaue mich im Zimmer um und sie ist nicht da, und ich bin froh, dass ich alleine bin und wanke ins Bad, um zu duschen. In der Nacht ist der Regen zurückgekommen und das Meer ist grün und unruhig und ich werde die nächsten Tage nicht an den Strand können. Als ich aus dem Bad komme, rieche ich Kaffee, und als ich gerade überlege, ob ich mir das nur einbilde, höre ich Geschirr klappern und das bedeutet, sie ist nicht gegangen, wie all die anderen, die genau gemerkt haben, dass es mir lieber ist, wenn man sich nie mehr sieht, und die verschwunden sind, nachts, heimlich, leise – manchmal sicher mit ein paar Tränen.

Ich atme tief durch und gehe die Treppe nach unten, und sie sitzt am Tisch und hat ein T-Shirt von mir an und ein Bein hochgestellt, auf den Stuhl, und eine große Kaffeetasse in der Hand, aus der es dampft, und eine Zigarette glimmt im Aschenbecher, und als sie mich sieht, lächelt sie scheu

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

STURM – Teil V / Leseprobe

Veröffentlicht: 3. September 2014 in STURM
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Der Sommer macht es etwas erträglicher, die Tage vergehen zu lassen, weil ständig neue Gesichter im Ort sind. Ich liege am Strand auf meinem Platz, dem immer gleichen Platz – auch etwas, das sich eingeschlichen hat, dieses Festhalten an allen möglichen Ritualen, die mir etwas Halt geben. Sie liegt am Schirm neben mir, seit einigen Tagen, und sie ist keine Touristin, weshalb ich sie ignoriere. Ich wähle nie Einheimische aus, denen ich dann womöglich immer wieder begegnen würde. Ich halte mich nur an Urlauberinnen, die nach spätestens vierzehn Tagen wieder abreisen und an deren Namen und Gesichter ich mich nicht erinnern werde. Noch ist es früh im Jahr und nicht viel los und die Pausen zwischen dem Vormittagswein, dem Mittagswein, dem Nachmittags-Drink und dem Abendessen dehnen sich so quälend zäh aus, dass ich anfange, sie zu beobachten. Ihr Alter ist unmöglich zu schätzen, ihre Figur für meinen Geschmack viel zu perfekt, ihre Haut tiefbraun. Der Bikini so belanglos, dass selbst ein Ballonkleid mehr Sexappeal hätte. Ihre Füße sind wundervoll, schlanke Fesseln, schöne Zehen. Ihr Handtuch ist von Armani, ihre Strandtasche von Gucci, ihre Sonnenbrille von Prada, ihr T-Shirt von Yves Saint Laurent. Sie grüßt jeden Morgen freundlich, liest viel, telefoniert endlos – mit einer süßen Stimme, die so lieb klingt, dass sie gerade noch nicht kindlich ist. Ihr Blick, wenn sie sich umsieht am Strand, ist freundlich, offen, sympathisch. Aber dann, in ganz wenigen Momenten, liegt plötzlich ein Schmerz in ihren Augen, der so unendlich groß sein muss, dass sich kurz ihr gesamter Körper verkrampft. Und sie hat ein Tattoo auf dem Rücken, das überhaupt nicht zu ihr passt. Ich beobachte sie von der Bar aus, trinke Wein, rauche und sehe ihr beim Schlafen zu. Bevor sie sich hingelegt hat, hat sie sorgsam ihren Bikini zurecht gezogen, das Lesezeichen ins Buch gesteckt und ihr Handy in die Tasche gepackt. Ich überlege, zurück an meine Liege zu gehen, aber vermutlich würde sie aufwachen. Also bestelle ich noch einen Krug Wein und schaue den Wolken zu, die vom Meer her in Richtung Strand ziehen.

Später döse ich in der Sonne und merke nicht, dass es kühl geworden ist, und die Wolken sind nun tiefschwarz und fast alle Gäste haben den Strand schon verlassen. Sie ist noch da und lächelt mich an und fragt mich nach Feuer. Sie hat heute schon geraucht und es ist klar, dass das nur ein Vorwand ist und ich überlege einen Moment, ob ich die Frage einfach ignoriere, bis ich wieder diesen kurzen Schmerz in ihren Augen sehe der sich tief in meine Eingeweide zu bohren scheint und sich dort mit meinem Schmerz verbindet, und ich stehe auf und gebe ihr Feuer.
Sie bietet mir eine Zigarette an, die ich nehme, und wir rauchen eine Weile schweigend und als wir gerade anfangen wollen, etwas zu sagen, kracht der erste Donner mit solcher Wucht in den Himmel, dass sie erschrocken nach meinem Arm greift. Ihr Griff ist fest und warm und ich würde ihn gerne länger spüren, aber jetzt setzt der Regen ein, als würde jemand eine Dusche aufdrehen und wir raffen unsere Sachen zusammen und laufen los. Nicolo hat seine Bar schon geschlossen und so retten wir uns in meinen alten Fiat. Der Parkplatz ist eine Schlammwüste und als wir endlich im Auto sitzen sind wir völlig durchnässt und unsere Füße bis zu den Knien mit Sand bespritzt.
Ihre schwarzen Haare hängen nass glänzend wirr in ihr Gesicht und sie holt ihr Handtuch aus der Tasche und versucht, sich etwas abzutrocknen. Der Bikini weicht den Sitz durch und sie zieht ihr T-Shirt an und dann den Bikini einfach aus. Die Vorstellung, dass sie nackt ist unter ihrem Shirt, lässt plötzlich mein Herz klopfen und sie reicht mir ihr Handtuch und ich ziehe meine Badehose aus und versuche, irgendwie meine Jeans anzuziehen, während sie so tut, als schaue sie in die andere Richtung.
Das Auto ist so klein und wir berühren uns immer wieder, und das Hosenbein meiner Jeans verhängt sich im Gaspedal und ich kann mich nicht nach unten beugen, weil das Lenkrad im Weg ist, und plötzlich beugt sie sich vor und ihr Gesicht berührt dabei fast meinen Penis, und während sie das Hosenbein befreit, spüre ich, wie mir das Blut langsam in die Lenden fließt, und kurz bevor ich eine Erektion bekomme, schaffe ich es endlich, die Hose ganz hochzuziehen und fahre los

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

STURM – Teil IV / Leseprobe

Veröffentlicht: 25. August 2014 in STURM
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Der Regen peitscht mir ins Gesicht, als ich meine tägliche Pflichtrunde am Strand gehe und meine Augen sind so voll Wasser, dass alles hinter einem grauen Schleier verschwindet. Wie immer, ist der alte Mann an der Mole und hält stoisch seine Angel ins Meer und wirkt, als sei er eingeschlafen. Der Sand ist nur noch Matsch und ich sinke bei jedem Schritt so tief ein, dass ich Mühe habe, vorwärts zu kommen. Die Treibholzfelder sind endlos und ich klettere über große Stämme und versuche, nicht auf die vielen toten Fische zu treten, die überall angespült liegen. Ein riesige Ratte liegt mit zerfetztem Körper inmitten der Kadaver und starrt mich aus milchigen Augen an und mir wird immer kälter und für einen Moment verliere ich den Halt und bekomme Panik, weil ich denke, in den Haufen Fische zu stolpern, und ich habe endlich genug und verlasse den Strand in Richtung Straße.
Der Wind bläst eiskalt durch die Häuserzeilen und treibt Laub und Abfall vor sich her. Ich versuche, mich ganz in meiner Jacke zu verkriechen, und halte mich dicht an den Hauswänden, die so vermoost sind und so modrig riechen, dass ich wieder an die tote Ratte denken muss. Die meisten Geschäfte haben im Winter ihre Schaufenster mit Brettern vernagelt und ich denke einen Moment, ich bin in einem falschen Ort gelandet und finde nicht mehr zurück.
Die Dämmerung kommt schlagartig, wie üblich je weiter südlich man sich befindet, und der Wind nimmt wieder zu und wird wohl in dieser Nacht einen weiteren Sturm gebären.
Die Bar, die am Ende der Straße, dort wo die Piazza beginnt, auftaucht, ist nur schwach beleuchtet und im Dunst des aufkommenden Abends umgibt sie ein Schein wie in Milch getauchten Lichts.
Ich werfe mich gegen die Türe und zwänge mich durch den kleinen Spalt ins Innere. Die wenigen Gäste blicken nur kurz auf und sehen dann wieder in ihre Getränke und Zeitungen. Der Wirt hat die Räume so überheizt, dass mir kurz übel wird und ich hastig den Reißverschluss meiner Jacke öffne und mir die Mütze vom Kopf reiße.
Ich bestelle Espresso und Grappa und als der Alkohol durch mich fließt und das Koffein die Nebel vor meinen Augen zerreißt, denke ich, dass das gut ist und bestelle eine weitere Runde. Hier in diesem abgelegenen Kaff schert sich niemand um Verbote und der Wirt stellt mir sofort wortlos einen Aschenbecher hin, als ich mir die erste Zigarette anzünde. Der erste Donner kommt fast gleichzeitig mit dem Blitz und lässt die Flaschen und Gläser auf der Bar zittern und der schlagartig einsetzende Regen peitscht so ans Fenster, dass ich beschließe, noch zu bleiben. Ich bestelle einen halben Liter Rotwein und bekomme einen Krug aus Ton, in dem der Wein dunkelrot wie dickes Blut schimmert, und während ich in das Farbenspiel starre, geht wieder die Tür auf und ein Schwall Wasser und kalte Luft quellen in den Raum, und als ich aufsehe, steht sie plötzlich im Raum und blickt sich unsicher um und ihre Haare hängen nass in ihr Gesicht und ihre Lippen sind blau vor Kälte und etwas Wasser läuft über ihre Wange. Sie sieht mich und das Blut schießt ihr ins Gesicht und färbt ihre Backen sofort knallrot ein, und sie lächelt etwas verlegen, und ich starre sie fasziniert an und sie kommt auf meinen Tisch zu.

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

Sturm

TEIL 1 – DER SONNTAG

Veröffentlicht: 14. August 2014 in breathless
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Als wir uns verabschiedet haben dauert es nur ein paar Minuten, dann reißt mich die plötzliche Leere mit voller Wucht von den Beinen. Ich laufe ziellos durch die Wohnung und versuche irgendetwas zu finden, das mich ablenkt, aber es gelingt mir nicht. Ihr Gesicht schiebt sich in meine Gedanken, ihr Geruch, das Gefühl, ihre Haut gespürt zu haben – endlich. Ich mache Musik an und öffne eine Flasche Bier und dann stehe ich am großen Fenster und starre in den Regen, der laut prasselnd die beginnende Nacht mit seinem Schleier bedeckt. Ich erinnere mich an jede Sekunde, die wir verbracht haben, heute, und ich muss kurz lächeln, ganz kurz nur, bis sich der Schmerz wieder in mein Herz bohrt und das Vermissen jetzt schon so stark wird, dass ich nicht weiß, wie ich es den Rest meines Lebens ertragen soll. Ich höre Musik, Lieder von Menschen, die in Ihrem größten Schmerz ihre besten Texte geschrieben haben, von Liebe, Verzweiflung, Leidenschaft. Texte, die ich nie verstanden habe, aber das merke ich erst jetzt, als es mir selber den Boden wegzieht. Es war dunkel gewesen, vorhin, ich habe nichts von ihr gesehen, aber dafür alles gespürt. Meine Lippen durften sie berühren, ihren Körper schmecken, meine Hände haben sie berührt, gestreichelt, gehalten – überall. Ich überlege, wie oft ich sie geküsst habe, in all den Jahren, in meinen Gedanken. Ich weiß es nicht mehr – zu oft. Die Vorstellung war schön. Es wirklich zu tun dagegen unbeschreiblich. Ihre Lippen auf meinen zu spüren, mit ihrer Zunge zu spielen, ihr nah zu sein, so unbeschreiblich nah. Ich öffne die nächste Flasche und blase den Rauch der nächsten Zigarette nachdenklich in die verregnete Nacht. Ich will für immer hier stehen, an den Fensterrahmen gelehnt, in die Dunkelheit starren und an sie denken. Die Lieder machen mich so traurig, aber ich genieße den Schmerz schon fast, endlich empfinde ich wieder etwas, auch wenn es so unglaublich weh tut; so unfassbar schön fühlt es sich auch an. Als ich ihre Brüste geküsst habe, wurde mir schwindlig vor Glück und ich merke, wie mein Herz alleine bei dem Gedanken wieder anfängt, heftig zu schlagen. Ich verwerfe die Idee, einfach ins Auto zu steigen und zu ihr zu fahren und hole mir die nächste Flasche. Als sie sich einfach ausgezogen hast, so selbstverständlich, habe ich so gezittert vor Aufregung, ich wollte es erst nicht zeigen, aber dann war es mir egal. All die vielen Jahre, die wir es unterdrückt haben, die vielen kleinen Begebenheiten, die Aufregung, das Herzklopfen, all das kam plötzlich aus mir heraus. All die Jahre haben wir diese kurzen Momente heimlich gesammelt, verborgen, und nur wenn wir alleine waren, kurz hervorgeholt, jeder für sich.

Die CD ist zu Ende und ich scrolle durch die Liste und suche mir nur die traurigsten Liebeslieder aus. Und noch immer stehe ich an diesem scheiß Fenster und versuche einen klaren Gedanken zu fassen. Niemals hätte ich gedacht, dass es ihr ähnlich gegangen war, die ganzen Jahre, nie hätte ich vermutet, dass ich sie irgendwann berühren darf, küssen darf, streicheln darf.
Der Regen ist stärker jetzt und die Nacht völlig hereingebrochen und ich stehe immer noch hier, trinke, rauche, höre Musik und kann nicht aufhören. Nicht aufhören an Dich zu denken, nicht aufhören zu lächeln, nicht aufhören zu weinen.

STURM – TEIL III / Leseprobe

Veröffentlicht: 25. August 2013 in STURM
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Ich wache auf, weil mein Kopf schmerzt und blicke mich benebelt um, ohne mich an irgendetwas erinnern zu können. Ich weiß nicht, warum ich Blutflecken im Bett habe, oder warum eine roséfarbene Bluse über meiner Lampe hängt, oder wieso es nach altem Wein riecht und ich so einen Geschmack im Mund habe wie nach Eisen oder auch nach Blut. Ich taste mich langsam in das kleine Bad und steige unter die Dusche, die ich auf Kalt stelle, und, während mein Kopf noch mehr dröhnt, wird mir schwarz vor Augen, und ich dusche doch lieber heiß und lange und denke an gar nichts, während ich aus dem Fenster aufs Meer blicke, das völlig teilnahmslos vor sich hin schwappt und mir ein wenig das Gefühl in meinem Körper zurückgibt, und das Blut an meinen Genitalien fließt hellrosa in den Ausfluss der Dusche.
Ich lösche die Zigarette, die ich auf dem Klo sitzend geraucht habe, unter dem Wasserhahn und als ich sie in den Abfalleimer werfe und den blutigen Tampon darin sehe, fällt mir der Abend wieder ein und auch, woher die Blutflecken und die Bluse sind und auch dieser Geschmack nach Blut in meinem Mund.
Ich gehe nach unten in die Küche und schwanke in der Hoffnung, dass sie noch da ist und dass sie schon gegangen ist, und die Küche ist leer und ich setze Kaffee auf in der alten zerbeulten Caffettiera, die für mich die einzige Art ist, guten Kaffee zuzubereiten. Ich trinke vier Tassen und rauche und versuche, mich an ihren Namen zu erinnern, und zermartere mir den Kopf, bis mir einfällt, dass ich sie gar nicht nach ihrem Namen gefragt habe und sie vermutlich sowieso nie mehr sehen werde, und ich verbiete mir, darüber traurig zu sein, und verdünne den fünften Kaffee mit Grappa, den mir der alte Mann gebracht hat, den ich am Meer getroffen habe, als er die Fische ausgenommen hat.
Auch auf der Couch ist etwas Blut und ich überlege, welches Kleidungsstück sie sich von mir genommen hat, weil ja die Bluse über der Lampe liegt, und wieso der Tampon oben ist und nicht hier und ob sie ihn in sich hatte, als wir auf der Couch waren, und während ich grüble und noch einen Grappa ohne Kaffee trinke, werde ich so müde, dass ich auf der Couch einschlafe.

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

STURM – Teil II / Leseprobe

Veröffentlicht: 17. August 2013 in STURM
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Dass die Frau mir folgt merke ich erst nach einer ganzen Weile, denke mir aber nichts dabei und kämpfe mich weiter gegen den Wind und der Hunger wird immer stärker. Sie überholt mich an der nächsten Ecke und blickt mir kurz ins Gesicht, ganz kurz nur, und hastet weiter und ich fühle mich plötzlich einsam und ich rufe ihr nach, ob sie Hunger hat, und sie bleibt stehen, dreht sich sehr langsam um und sagt einfach nur: »Ja.«
Wir sprechen nichts und gehen auf ein Lokal zu, das nett aussieht und ganz hell erleuchtet wie eine Insel ist, und setzen uns ganz hinten in eine Ecke und starren uns an. Sie hat eine Jacke an, die sie anlässt, weil ihre Bluse noch immer rot durchtränkt ist vom Wein, und sie ist unglaublich hübsch und im Kerzenlicht wirkt ihr Gesicht nicht mehr hart, sondern weich und zart, und ihre Haut ist gebräunt und gesund und ihr schwarzes Haar umfließt ihr Gesicht.
Der Wirt grillt uns verschiedenen Fisch und Gemüse und bringt eine Karaffe Wein, der so kalt ist, dass das Glas sofort beschlägt von der Wärme im Lokal, und ich sehe, dass eine Schweißperle von ihrer Schläfe rinnt, ganz langsam, und eine feuchte Spur in den ganz feinen Härchen hinterlässt, genau so wie das Wasser auf der Karaffe, das kondensiert, ist und sich genauso langsam einen Weg an dem kühlen Glas entlang bahnt, und sie lächelt etwas schief und zieht die Jacke aus und sitzt da mit der weingetränkten Bluse und entschuldigt sich kurz.
Ich trinke viel Wein und genieße den Fisch und der Wirt bringt Langusten und andere Sachen und ich esse endlich.
Sie hat versucht, den Rotwein auszuwaschen, und jetzt ist die Farbe der Bluse rosé und nicht mehr dunkelrot und ganz nass, und sie hat ihren BH ausgezogen darunter, der wohl auch feucht war, und die Bluse ist fast durchsichtig und ihr Busen zeichnet sich ab und ihre Brustwarzen sind ganz steif und erinnern mich an meinen Traum, und mir wird etwas schwindlig und ich trinke noch mehr Wein.
Wir reden und lachen und sie steckt mir ab und zu etwas von ihrem Teller in den Mund und ich ebenso in ihren und ihre Zunge kommt immer ganz kurz zwischen den Lippen hervor und ich wünschte, ich wäre das Stück Fisch, das von diesen Lippen genommen wird und diese Zunge spüren darf, und verliere mich in ihren Augen.
In meinem Haus sieht sie sich um und riecht an ihrer Bluse und verzieht das Gesicht, weil der Wein langsam stinkt, und sie zieht die Bluse aus, und ihre Brustwarzen sind ganz hart und steil aufgerichtet, und sie lässt auch den Rock fallen und ich schließe die Augen, als ich sie auf die Couch ziehe.
Sie küsst mich und ihre Zunge ist in meinem Mund und sie murmelt dabei etwas, was ich nicht verstehe und mich auch nicht interessiert, weil ich versuche, an ihrem Slip vorbei, in sie einzudringen, und ich stoße und stochere, und plötzlich stecke ich ganz tief in ihr, weil sie so nass ist, und sie stöhnt und drückt sich an mich und ihre Wangen werden ganz rot, als sie kommt und mich noch fester an sich zieht, so dass ich keine andere Möglichkeit habe, als alles in sie reinzuspritzen, und es hört gar nicht mehr auf, und als ich schließlich nicht mehr kann, lehne ich mich zurück und mein Körper zuckt und ich muss lachen, was sie, wie jede Frau, nicht versteht, weil sie denkt, ich lache sie aus, dabei lache ich einfach, weil es so schön war und ich so gelöst bin.

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STURM – Teil I / Leseprobe

Veröffentlicht: 25. Juli 2013 in STURM
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Ich wache nachts auf, weil ich wieder diesen Traum hatte. Wir waren zu fünft und schliefen alle in einem Bett und sie zeigt mir ihre Brustwarze und meine Hand gleitet über ihren Po und sie flüstert etwas, aber ich verstehe sie nicht, und ihre Lippen kommen ganz nah an meinen Mund und sie spricht die Worte direkt in meinen Mund mit weichen, nassen Lippen und ich traue mich nicht, meine Zunge in sie zu bewegen, bis ich plötzlich ihre schmecke, und sie ist so süß und verheißungsvoll und ich wache auf, nass geschwitzt und verwirrt.

Ich wanke ins Bad und trinke das eklig warme Wasser aus der Leitung, das mit Sand versetzt ist von dem Sturm und mein Kopf pocht.

Die Straßen sind leer und ich versuche, gegen den Wind zu laufen, was schwierig ist, während ein einsamer Hund misstrauisch auf die Seite geht und ein Schild im immer gleichen Rhythmus gegen eine Wand schlägt.

Die Kneipe ist stickig und voll und jeder schreit gegen den Lärm der anderen an und es ist nur ein Stuhl frei an der Bar, den ich mühsam besteige und Rotwein bestelle, um den Sand aus dem Mund zu bekommen. Die Frau steht am Ende der Bar und ihr Blick ist leer und ihr Glas voll und ihre Hand zittert, als sie es zum Mund führt, und ein dünner Rinnsal Wein läuft über ihre Lippen und tropft auf die Bluse und es sieht aus, als würde sie bluten. Ich bestelle noch mehr Wein und dazu Kaffee und nehme das vierte Aspirin und habe Hunger und starre weiter auf die Frau am Ende der Bar, die mich nicht bemerkt, weil sie versucht, den Wein abzuwischen, der ihre Bluse durchtränkt hat. Der Schmerz, den sie in mir auslöst, ist unbeschreiblich, und ich kann nicht wegsehen, und sie bemerkt endlich meinen Blick und wird rot, weil ihre Bluse schmutzig ist, und viele Männer nun gierig auf sie blicken, und ein besoffener Kerl wankt auf sie zu und grinst und zieht ein versifftes Tuch aus der Tasche und tut so, als wolle er sie saubermachen, aber natürlich will er nur ihren Busen berühren, und ich habe genug und gehe aus der Kneipe nach draußen und denke, dass ich endlich etwas essen sollte.

STURM erscheint 2016 als Roman. Für Updates folgen Sie mir bitte auf Twitter: @PeeterCavendish

Meine Tochter erzählt mir von Drogendealern an ihrer Schule. Überforderte Lehrer rächen sich an unseren Kindern und Zwölfjährige sitzen, statt zu rauchen, wie wir früher, koksend im Gebüsch. Erstklässler geben den verbal erbrochenen Dünnschiss ihrer RTL-Familien wieder. Interessiert aber keine Sau. Außer, wenn ich meinen Porsche vor der Schule kurz im Halteverbot abstelle, werde ich sofort angesprochen. Und die SUV-Mamis giften mich an, meine Zigarette und subversiver Rap aus dem Autoradio könnten ja ihrem Elite-Nachwuchs schaden. Statt sich um die als kleine Nutten verkleideten Schlampen zu kümmern, denen es genau so wie ihren Lehrern scheißegal ist, ob sie das Schuljahr schaffen. Solange die SIM im edlen Smartphone geladen und die Flatrate für den nächsten Chat mit ihren Dealern gebucht ist, kann nichts schief gehen. Wird es aber!
Hardcore Möchtegern-Manager unter 30, ohne jede Erfahrung drängen an die Macht, so sie denn ihr Studium ohne größeren Burnout geschafft haben.
Auf Facebook wird schwülstige Selbstdarstellung geprobt. Könnte ja irgendeine Personalagentur interessieren, wie geil die letzte Bussi-Bussi-Party mit C-Promis in der Möchtegern-Millionenstadt München war. Tut es aber nicht! Ein Glück, dass dieses „Internet“ noch Neuland ist, wie die (fast) ranghöchste Regierungsbeamtin gelegentlich mal anmerkte.
Während also die Lehrpläne von Schwachköpfen gemacht werden, um neue Schwachköpfe heran zu „bilden“, die Selbstdarsteller sich so geil finden, dass sie sich jeden Tag neu feiern und Europas Vorzeige-Republik immer rasanter den Bach runter geht, gibt es noch Arschlöcher wie mich. Denn mich beeindruckt das alles – Pause – überhaupt nicht. Ich rege mich nicht auf. Aber ich halte diesen ganzen Wichsern gern einen Spiegel vor.

Und jetzt schütten wir alle einen ordentlichen Schluck Cognac in unseren Kaffee und haben Spaß 😉

Coffee